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Immer wieder schmerzliches Schmunzeln bei der Lektüre Jelineks.

11.1.14 15:28


männer können schweine sein, aber auch das gegenteil. was ist das gegenteil eines schweines?

(Die Liebhaberinnen / E. Jelinek)

8.1.14 21:58


Te admiro... E. Jelinek

Erika, die Heideblume. Von dieser Blume hat diese Frau den Namen. Ihrer Mutter schwebte vorgeburtlich etwas Scheues und Zartes dabei vor Augen. Als sie dann den aus ihrem Leib hervorschießenden Lehmklumpen betrachtete, ging sie sofort daran, ohne Rücksicht ihn zurechtzuhauen, um Reinheit und Feinheit zu erhalten. Dort ein Stück weg und dort auch noch. Instinktiv strebt jedes Kind zu Schmutz und Kot, wenn man es nicht davor zurückreißt. Für Erika wählt die Mutter früh einen in irgendeiner Form künstlerischen Beruf, damit sich aus der mühevoll errungenen Feinheit Geld herauspressen lässt, während die Durchschnittsmenschen bewundernd um die Künstlerin herumstehen, applaudieren. Jetzt ist Erika endlich fertig zurechtgezartet, nun soll sie den Wagen der Musik in die Spur heben und auf der Stelle zu künsteln anfangen. So ein Mädchen ist auch nicht geschaffen, Grobes auszuführen, schwere Handarbeit, Hausarbeit. Sie ist den Finessen des klassischen Tanzes, des Gesanges, der Musik von Geburt an vorherbestimmt. Eine weltbekannte Pianistin, das wäre Mutters Ideal; und damit das Kind den Weg durch Intrigen auch findet, schlägt sie an jeder Ecke Wegweiser in den Boden und Erika gleich mit, wenn diese nicht üben will. Die Mutter warnt Erika vor einer neidischen Horde, die stets das eben Errungene zu stören versucht und fast durchwegs männlichen Geschlechts ist. Laß dich nicht ablenken! An keiner Stufe, die Erika erreicht, ist es ihr gestattet auszuruhen, sie darf sich nicht schnaufend auf ihren Eispickel stützen, denn es geht sofort weiter. Zur nächsten Stufe. Tiere des Waldes kommen gefährlich nah und wollen Erika ebenfalls vertieren. Konkurrenten wünschen Erika zu einer Klippe zu locken, unter dem Vorwand, ihr die Aussicht erklären zu wollen. Doch wie leicht stürzt man ab! Die Mutter schildert den Abgrund anschaulich, damit das Kind sich davor hütet. Am Gipfel herrscht Weltberühmtheit, welche von den meisten nie erreicht wird. Dort weht ein kalter Wind, der Künstler ist einsam und sagt es auch. Solange die Mutter noch lebt und Erikas Zukunft webt, kommt für das Kind nur eins in Frage: die absolute Weltspitze.

(Die Klavierspielerin/ Elfriede Jelinek)

7.1.14 20:54


Malerei ist ein Akt rauschhafter Partizipation an diesem Fleisch der Welt.

3.1.14 17:23


Hier kommt die Ware zum Kunden

Was diese Kleinstadt sehr charakteristisch macht, ist, dass die Straßen hier täglich zu einem akustischen Erlebnis werden. Sei es nun die Wasserbelieferung, der "Panadero con el pan" (Der Bäcker mit seinem Brot), oder die Gasflaschen. Regelmäßig durchbrechen diese Fahrzeuge die Stille der Stadt, des Öfteren auch meinen Schlaf am Morgen. Manchmal, wenn der Wasserlieferer und der Bäcker zufällig gleichzeitig unsere Straße passieren, entsteht ein Wirbelsturm aus den Werbungsmelodien und den dazugehörigen Werbetexten, die durch den Schlitz meiner Tür in mein Zimmer geraten. Ja, hier kommt die Ware zum Kunden. In einer Großstadt eine unmögliche Vorstellung, allein schon durch den allgemeinen Geräuschpegel, der die Werbung untergehen lassen würde. Und mit einer unendlichen Geduld (wahrscheinlich ist es gar keine, weil die Werbung hier nicht als Störung empfunden wird) werden diese Fahrzeuge hier akzeptiert. Und sowieso, das schnelle Gefühl der Belästigung oder Störung ist hier keinesfalls soweit ausgeprägt wie bei uns.

28.12.13 02:17


Der Eintritt in die Sprache ist mit Leiden verbunden.

27.12.13 02:20


hainamoration

27.12.13 02:13


Die Balance finden...

Eine Balance finden zwischen den alten Verpflichtungen, die auf Bearbeitung warten und dem neuen Leben mit seinen derzeitigen Festen und Feierlichkeiten. Ein Gleichgewicht finden zwischen dem Bedürfnis nach Freiheit und Aufgabenlosigkeit und der permanten, hartnäckigen Vereinnahmung des eigenen Pflichtbewusstseins. "Nein" sagen, zu Kindern, die anklopfen, weil sie spielen wollen und nicht verstehen, warum ihnen vor der Nase die Tür zugemacht wird. Stille Enttäuschung Anderer, die aus Anerkennung der Unabhängigkeit meines Daseins nicht ausgesprochen werden kann.

25.12.13 20:18


Die vorweihnachtlichen Posadas

In Mexiko feiert man traditionell die sogenannten Posadas, die 9 Tage (stehen symbolisch für die 9 Monate Schwangerschaft Marias) vor Heiligabend beginnen. Es ist eine religiöse Feierlichkeit, bei der tagelang am Abend immer sehr viele Menschen durch die Straßen ziehen. Symbolisch steht dieses Fest für die Suche nach einer Unterkunft Josephs und der schwangeren Maria. Die Menschen die aus der Nachbarschaft draußen vor der Tür der einladenen Familie stehen, stellen Maria und Joseph dar. Sie singen bestimmte Textzeilen eines Liedes. Die Gastgeberfamilie befindet sich in ihrem Haus und antwortet mit dem dazugehörigen Teil des Liedes. Nachdem die Menschen hereingelassen werden, wird zunächst im Haus oder Hof der einladenen Familie gebetet. Es gibt eine Person, die das Gebet und die Lieder anleitet. Es werden sich gegenseitig Kerzen angezündet. Anschließend werden Süßigkeiten und anderes Essen verteilt und das typische Heißgetränk Poncha (aus gekochten Früchten hergestellt) wird ausgeschenkt. Die meisten Menschen verlassen das Haus dann auch wieder schlagartig, um sich zur nächsten Posada aufzumachen. Freunde und Familie lassen das Fest dann noch gemütlich ausklingen.

24.12.13 01:50


Es ist die Antwort, daß ich bei jeder Entscheidung mehr tue, als nur den spezifischen Verlauf einer Handlung zu wählen; ich entscheide mich vielmehr für einen Stil des Wählens. Also wird die ursprüngliche Wahl in jeder Wahl getroffen. Denn Entscheidungen sind, erinnern wir uns daran, keine seriell angeordneten, isolierten Episoden. Mit jeder Wahl integriere ich alle früheren Entscheidungen in eine Totalität. Ich entscheide mich also nicht nur, den Bus zu nehmen, anstatt zu Fuß zu gehen: Ich wähle die Art von Mensch, die ich bin, und die Art des Lebens, das ich führe, und die Sorte von Welt, in der ich lebe. Meine Verantwortung ist enorm. So groß wie die Verantwortung Gottes. Wenn jede Wahl eine Urwahl ist, dann gibt es keine grund- oder bedeutungslosen Handlungen. Und weil ich mich in jedem Augenblick für eine Welt entscheide, liegt es an mir, welche Welt die meine ist.

 

24.12.13 01:27


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